Unternehmensnachfolge: Was eine Beratung bringt und warum sie so wichtig ist

Warum man eine Beratung für das Thema Unternehmensnachfolge in Betracht ziehen sollte, auf welche besonderen Herausforderungen und Probleme man achten sollte und welche Angebote es in Stuttgart gibt, erklären wir in diesem Beitrag.

Wann sollte man über eine Unternehmensnachfolge nachdenken?

Eine Nachfolge für das eigene Unternehmen zu finden, ist gar nicht so einfach. Nach Schätzungen der IHK Region Stuttgart suchen jährlich 30.000 wirtschaftlich gut laufende Unternehmen in Deutschland einen neuen Eigentümer oder eine neue Eigentümerin. Mit der Suche nach einem Nachfolger und der Regelung der Firmenübergabe sollte man lieber früher als später beginnen! Zwei bis fünf Jahre sollte man für den Prozess einplanen.

a) Familieninterne Unternehmensnachfolge

Die Wunsch-Lösung in Familienbetrieben ist oft, das Unternehmen innerhalb der Familie zu übergeben, zum Beispiel an den Sohn oder an die Tochter. Für Gründer und Firmenbesitzer ist die familieninterne Nachfolge oft auch eine emotionale Herausforderung. Eine externe Begleitung bei der Betriebsübergabe, z.B. durch eine spezialisierte Nachfolgeberatung für Familienunternehmen, ist deshalb umso mehr sinnvoll.

Für viele Familienunternehmen ist der erste Schritt eine Teilübergabe.

b) Externe Unternehmensnachfolge oder durch Mitarbeiter

Wenn keine familieninterne Nachfolgeregelung gefunden wird, gibt es auch die Möglichkeit, dass bewährte Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen das Unternehmen übernehmen, zum Beispiel aus dem Management. Auch eine externe Nachfolge durch Betriebsfremde ist möglich.

Welche Unternehmensnachfolge-Angebote gibt es in der Region Stuttgart?

Unternehmensnachfolge-Börsen

Deutschlands größte Börse für Unternehmensnachfolge ist nexxt Change von der IHK: www.nexxt-change.org. Bei der IHK-Nachfolgeberatung werden Inhaberinnen und Inhaber von Unternehmen mit Existenzgründenden zusammengebracht. In der Datenbank finden sich mehr als 10.000 anonymisierte Inserate. Getragen wird die Nachfolge-Börse vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag, dem Zentralverband des Deutschen Handwerks, Volksbanken und Sparkassen.

Auch in der Deutschen Unternehmerbörse DUB kann man Anzeigen schalten.

Neben den großen Börsen gibt es auch kleinere, die z.B. nur eine Region oder eine bestimmte Branche bedienen.

Berater für Unternehmensnachfolge in und um Stuttgart

Für die Unternehmensnachfolge gibt es spezialisierte Unternehmensberatungen. Meistens ist die Dienstleistung unter dem Schlagwort M&A-Beratung zu finden. „Als Beratungsunternehmen, das sich unter anderem auf die Nachfolgeberatung von Familienunternehmen spezialisiert hat, begleiten wir unsere Kunden entlang des gesamten Prozesses: von der Planung über die Kapitalbeschaffung bis hin zur Koordination strategischer, steuerlicher und gesellschaftsrechtlicher Fragestellungen“, so Volker Wintergerst von der Wintergerst Unternehmer-Beratung, einer Unternehmensnachfolge-Beratung aus Stuttgart.

Wann macht eine Unternehmensnachfolge-Beratung Sinn?

Eine Beratung bei der Unternehmensnachfolge ist auf jeden Fall sinnvoll. Denn bei der Firmenübergabe sind viele steuerliche und rechtliche Dinge zu beachten. Soll das Unternehmen verkauft werden? Soll es im Rahmen einer Schenkung oder Erbschaft übergeben werden? Was ist ein angemessener Preis? Wie kann die Firmenübergabe finanziert werden? Gibt es Fördermittel?

Wie soll das Verhältnis zwischen bisherigem Eigentümer und Nachfolger ausgestaltet werden? Bei einer familieninternen Nachfolge geht es dabei auch um den Familienfrieden. Hier ist bei der Beratung zur Unternehmensnachfolge besondere Sensibilität gefragt.

Welche finanziellen Aspekte zur Unternehmensnachfolge sollte man beachten?

Bei Familienunternehmen finden sich die unterschiedlichsten Konstellationen: Manche Firmen werden in Form einer Schenkung an den Nachfolger übertragen. Wenn Externe die Nachfolge übernehmen, wird das Unternehmen in der Regel verkauft. Oder es bleiben Anteile in der Familie, die Unternehmensführung übernimmt jemand von außen.

Für den Gründer ist wichtig, im Alter abgesichert zu sein. Gleichzeitig muss die Liquidität und Rentabilität des Unternehmens auch unter den neuen Besitzern gewährleistet sein.

„Jeder Fall ist unterschiedlich. Doch aus unserer Erfahrung heraus macht es Sinn, auch bei Nachfolgeregelungen in Familienunternehmen den Alt-Gesellschafter zumindest zu einem Teil aus dem Unternehmen herauszukaufen, um so das über die Lebenszeit erwirtschaftete Vermögen zu schützen und den wohlverdienten Ruhestand genießen zu können“, so Lars Gairing, Berater für Unternehmensnachfolge von der Unternehmensberatung Wintergerst in Stuttgart.

Wichtig ist eine genaue Unternehmensbewertung. „Wir ermitteln den Wert des Unternehmens auf Basis anerkannter Bewertungsmethoden und stellen damit eine objektive Grundlage für die Berechnung des Unternehmenswertes dar“, erklärt Bewertungsspezialist Markus Hehn.

Gibt es Fördermittel zur Unternehmensnachfolge-Finanzierung?

Unternehmen und Privatpersonen haben die Möglichkeit, öffentliche Fördermittel für die Finanzierung einer Nachfolge zu beantragen. Kredite für die Unternehmensnachfolge gibt es unter anderem von der staatlichen KfW-Förderbank sowie des Landesförderinstituten wie beispielsweise der L-Bank in Baden-Württemberg.

Allerdings braucht es für eine Finanzierung immer einen gewissen Eigenkapital-Anteil. Die eigenen Ersparnisse des Käufers reichen dafür oft nicht aus. Eine Möglichkeit, zusätzliches Eigenkapital zu beschaffen, sind laut dem Experten für Unternehmensnachfolgen Christian Scharfenberger von Wintergerst aus Stuttgart, mittelständische Beteiligungsgesellschaften. „Auch die Vereinbarung eines Verkäufer-Darlehens kann eine gute Lösung sein“, so der Berater für Unternehmensnachfolgen.

Gibt es Besonderheiten der Unternehmensnachfolge im Mittelstand?

Gerade im Mittelstand gibt es viele Familienunternehmen. Auch die Region Stuttgart ist von vielen mittelständischen Unternehmen geprägt. Bei einer guten Nachfolge-Beratung werden die speziellen Bedürfnisse dieser Familienunternehmen berücksichtigt. „Man muss die Strukturen und Denkweisen inhabergeführter Unternehmen verstehen“, betont Volker Wintergerst. „Gerade bei Unternehmen aus dem Mittelstand steht die konkrete Umsetzbarkeit der Unternehmensnachfolge im Vordergrund.“

Herausforderungen & Probleme bei der Unternehmensnachfolge

Wer rechtzeitig über die Nachfolgeregelung nachdenkt, hat schon den ersten Schritt getan. Denn oft wird das Thema verdrängt, aufgeschoben und erst spät angegangen. Doch eine gute Unternehmensnachfolge braucht Zeit. Oft liegt die erste Hürde schon darin, überhaupt einen geeigneten Nachfolger zu finden.

Ein neues Management bringt neue Ideen ein, kann Themen wie Modernisierung und Digitalisierung angehen. Um hier eine gute Balance zwischen Beständigkeit und Wandel zu finden, ist eine Mischung aus jungen und erfahrenen Personen gut.

Bei Familienunternehmen tut eine externe Begleitung gut, um familieninterne Streitigkeiten zu vermeiden. Lebenspläne und Unternehmensbelange müssen aufeinander abgestimmt werden.

Nicht zu unterschätzen ist die Finanzierung der Unternehmensnachfolge.

Komplexe Themen wie Steuern und Finanzierungsfragen sollte man mit Profis besprechen. Auch eine seriöse und neutrale Unternehmensbewertung ist wichtig, um Streitigkeiten zu vermeiden.

„Im Rahmen unserer Nachfolge-Beratung begleiten wir die Familienunternehmen bei diesem ganzen Prozess“, so Christian Scharfenberger von Wintergerst. „Es freut uns, dass wir schon viele erfolgreiche Firmenübergaben begleiten konnten.“